Kommunikaze

10 Dinge, die wir im Februar nicht sehen wollen

2008
Der Februar ist das Bosnien unter den Monaten: Klein, ändert dauernd seine Größe, es passieren viele nicht sonderlich lustige Dinge darin. Beides sind Teile eines größeren Ganzen, das aber irgendwie durch andere Bestandteile mehr repräsentiert wird (Serbien, Januar, Dezember, Kroatien). Beides ist sicherlich außergewöhnlich, aber nicht außergewöhnlich genug, als dass man sich eingehender damit befassen würde.
Kein Wunder, dass man so einen Monat gerne schnell hinter sich gebracht wissen möchte. Damit der Februar ohne weitere Vorfälle abgehakt werden kann, haben wir zehn Dinge aufgelistet, die wir zum Zwecke einer reibungslosen Passage des Februars in ihm nicht sehen möchten.

  1. Neue Opel-Modelle. Traurig war es, als Opel fast pleite ging. So ein Traditionsunternehmen! Was wir wollen, ist das sichere Wissen, dass Opel besteht, damit wir den Konzern im Hinterkopf ruhig schlummern lassen können. Neue Modelle, die sich gut oder schlecht verkaufen, reißen nur alte Wunden wieder auf.
  2. Erfolge für deutsche Tennisspieler. Es ist Deutschen zwar möglich, gut Tennis zu spielen, jedoch nicht besser als etwa die Bewohner anderer Länder. Das ist auch vollkommen okay, denn die Tennisfähigkeiten der Deutschen sind gut genug, damit niemand sterben muss. Besser brauchen sie nicht zu sein. Dann kann der Nachrichtensprecher auch schneller zum Wetter überleiten.
  3. Wetterlagen ohne die Vorsilbe „Jahrhundert-“. Das Wetter ist extrem und das schon seit einigen Jahren. Wir können mittlerweile Winter verkraften, in denen die Temperaturunterschiede zwischen heute und morgen so sind wie einstmals nur die zwischen drinnen und draußen. Von einer russischen Banja. Bitte, Februar, erspare uns ein Wetter, das die Klimawandelleugner aufweckt. Dann lieber heiter bis jahrhundertwolkig.
  4. Apartheid. Apardheid ist eine menschenverachtende, rassistische Staatsform. Wir wollen sie im Februar nicht sehen.
  5. Neue Geschmacktsrichtungen von Beck's. Das Erste war eigentlich schon ausreichend.
  6. Die Entdeckung neuer Erdteile. Der Februar ist es einfach nicht wert, dass etwa eine Inselgruppe im Südpazifik nach ihm benannt wird. Nicht, dass wir die Entdeckung neuer Erdteile in diesem Februar erwarten würden; wir wollten nur sicher gehen.
  7. Die Entdeckung eines neuen Elements im CERN in der Schweiz. Siehe Nr. 6.
  8. Promi-Hochzeiten. Was haben wir gefeiert, als die Briten 1918 den Ersten Weltkrieg gewannen, denn das bedeutete: Sie konnten ihr Königshaus behalten und uns standen alle 30 Jahre herzzerreißende Hochzeiten ins Haus. Im Sommer ist es wieder so weit. Wer jetzt noch schnell vorher heiratet, könnte als Trittbrettfahrer gesehen werden. Also haltet euch zurück, ihr einflussreichen Familien, all ihr Hannovers und Thurn und Taxen, ihr Kennedys, Kaulitz' und Altintops.
  9. Ein erneuter Korea-Krieg. Nordkorea ist das vielleicht unberechenbarste Land der Welt. Pjöngjang hat Atomwaffen sowie die Marschflugkörper, um damit die Hauptstädte der verhassten Feinde Südkorea und Japan zu erreichen. Die Mischung aus Monarchie, Absolutismus und Kommunismus führt zu einer hochgefährlichen ideologischen Interferenz. Das Land hat geschätzte 20 Millionen Soldaten und Reservisten. Im Februar ist es dort schweinekalt. Im März ist es wärmer.
  10. Knut. Knut ist unnötig groß geworden. Er ist nicht mehr der Knut aus „Kevin allein zu Haus“. Knut wird langsam geschlechtsreif und pubertierende Kinderstars sind optisch ekelig und sozial unerträglich. Bald wird Knut versuchen, auf Sat 1 eine zweite Karriere zu starten und bei Raab-Sportevents mitmachen. Hoffentlich lässt er uns wenigstens noch einen Februar des Friedens.
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Deutsche Bahn, mehr als nur eine Transport durch Deutschland

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Früher war das Bahnfahren eine sehr solide, aber auch sehr langweilige Sache. Da ist Vati mit Mutti und den beiden Kindern zum Bahnhof gegangen, hat sich am Schalter eine Fahrkarte gekauft, hat sich dann in den Zug seiner Wahl gesetzt und ist dann zum gewünschten Ort gefahren worden. Unterwegs wurden die von Mutti gekochten Eier sowie gebratene Fleischbällchen und Limonade getrunken und Bonbons gelutscht und Weingummis zerkaut. Die Großen Menschen steckten ihre Nasen in ein Buch oder eine Zeitung und die kleinen rubbelten mit dem Bleistift Zauberbilder von Hanni und Nanni oder Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg frei. Unterbrochen wurde das Schweigen der Reisenden durch Ansagen wie "nächster Halt Kassel-Wilhelmshöhe" (im Zug) oder "Vorsicht an der Bahnsteigkante" (außerhalb des Zuges). So war das in der geordneten Welt der deutschen Bundesbahn. Alles beige und rot und rotzenlangweilig

Und heute? Hippes Weiß, knalliges Rot, Abenteuer pur! 
Der Slogan könnte lauten "Bahn: Mehr erleben" oder "Deutsche Bahn, mehr als nur eine Transport durch Deutschland". Denn was die Bahn heute bietet geht über die Reine Personenüberbringungsdienstleistung hinaus.
Allein der Ticketkauf verlangt gefühlte zechzig unterschiedliche Entscheidungen und schenkt schon durch die Wahl zwischen "Großraum" und "Abteil", "Gang" oder "Fenster", "volle Flexibilität" oder "Zugbindung" das Gefühl ein mündiger Bürger dieses Landes zu sein. Ganz zu Schweigen von der Wahl des Zustellungsweges für die Fahrkarte: Email, Handyticket, Automatenkauf, am Schalter oder Old School per Post. Ganz ausgefallen sind da neuerdings die tiefergelegten Automaten, die einen Kauf in aerodynamisch günstiger Hockhaltung erlauben, so entdeckt am Hauptbahnhof der trendsettenden "Expo- und Messestadt Hannover".
Am Bahnsteig findet der heutige Reisende ein Erlebnisfeuerwerk vor. So konnte jüngst während der Feiertage allerlei Unterhaltendes mitgenommen werden. Vor allem  bei den Durchsagen hat die Bahn ordentlich geupgradet. Eine Aussage wie "Vorsicht auf dem Bahnsteig, es hat leicht zu regnen begonnen!" ist da erst der Anfang. Spannend wird es bei "Verehrte Fahrgäste auf Gleis 11, wir möchten sie dringend bitten herrenloses Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen!". Da wird schon mal laut gelacht auf dem Bahnsteig.  Derartige Hinweise erheitern die Reisenden normalerweise leider nur sehr kurz. Während der Weihnachtsfeiertage hat sich die Bahn aber etwas besonderes Einfallen lassen und verwöhnt  die Reisenden aber mit zahlreichen Comedy Zugaben (selbstverständlich ohne Aufpreis), die wiederum mit fabulösen Kommentaren angekündigt werden: "Liebe Fahrgäste, aufgrund von Wetter verspätet sich der ausgefallene IC435 um weitere 15 Minuten".  Und wieder gluckst und kichert es aus den Gesichtern der Reisenden.

In den Zügen sorgt die deutsche Bahn sowohl durch akustische, optische, kulinarische wie auch haptische Highlights dafür, dass der Gast mit allen Sinnen verwöhnt wird.
So kann es vorkommen, dass der Zug scheinbar ohne Grund auf freier Strecke zum Stehen kommt, was aber nur daran liegt, dass der wehrte Schaffner einen besonders schönen Aussichtspunkt entdeckt hat, von dem er der Meinung ist, dass er zu schade sei, um einfach daran vorbeizurauschen.
Auch die Sympathisanten gehobener Gaumenfreuden kommen bei der Bahn nicht zu kurz. Wo früher ein Mitropa Filterkaffee und ein schnödes Wurstbrötchen im Bordrestaurant reichen mussten, wird heute im Bistro eine Sternecurrywurst mit bayrischer Semmel gereicht und italienischer Latte Matschiaddo (wie der Bahnwirt sagt) mit Bischkoddi geboten und das Ganze, um das Erlebnis komplett zu machen, auch zu Preisen wie der Gast es aus der Haut-Cuisine gewohnt ist.
Die Exitement Experten der Deutschen Bahn haben sich aber noch viel mehr einfallen lassen.
Das gewöhnliche stundenlange Rumgesitze wird zudem durch weitere lustige und durchaus lehrreiche Durchsagen in den Zügen aufgelockert, bei denen auch die internationalen Fahrgäste auf ihre Kosten kommen. Denn welcher sich durch Deutschland saufende Kanadier, der gerade einmal die Wörter "Bier" und "Prost" aussprechen kann, freut sich nicht über Hinweise in seiner Muttersprache, die durch die regionale Färbung des Bordpersonals etwas aufgelockert werden: "Äur next Schttopp, is Berlin. We wish u hat a pläsnt jürnei!".
"Es soll niemand zu kurz irgendwohinkommen" ist das geheime Motto der Bahn und damit auch die deutschen Fahrgäste nichts allein auf der Strecke bleiben werden auch Klatsch und Tratsch über das  Bahnpersonal brandheiß weiterverbreitet: "Sehr geehrte Fahrgäste, wir fahren nun weiter! Keiner der Zugbegleiter an Bord dieses Zuges hat ein Telefon."
Zu guter Letzt wird das Gesamterlebnis abgerundet durch das gefühlte Erfahren der Bahn, dass der freundliche Zugbegleiter wie folgt trocken, aber bestimmt ankündigt: "Schönen juten Morjen. Ick wünsche ihnen eene angenehme Reise über de Weihnachtstage. Vorher rücken wa aber alle nochma een bisschen zusammen und nach hinten durch"
Und spontan wird aus der Ellbogengesellschaft, bestehend aus in Konkurrenz zueinander stehenden Individuen, eine wogende Gemeinschaft, die sich gegenseitig wärmt und auch dem größten Wunsch einsamer Seelen nach etwas Körperkontakt diesen durch frottieren am Mitreisenden gewährt. Diese sexuellen Randnotizen werden durch das vorhandene Personal niemals gestört, denn diesem wurde durch Lehrgänge und die zu tragende Uniform jegliches Geschlecht und damit auch jegliche Sexualität entzogen (testen Sie selbst).  Die vereinzelten Rufe nach Klagen und die durch die Abteile wogenden Beschwerden stammen dann von Menschen, denen man es nie recht machen kann.
Aber auch sie nehmen etwas mit von ihrer Reise. Denn sind sie erstmal im Kreise der Familie angelangt, dann erinnert sie die Bahn daran, dass es schlimmere Dinge als das gemeinsame Gänse-in-sich-hineinstopfen am ersten Weihnachtstag gibt. 

Foto under CC auf Flickr von Johnjones

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Petze, Petze!

Guttenberg

Wikileaks hat das gemacht, was man in der Schule gar nicht mochte: gepetzt. Als Nicht-Lehrer und Ex-Schüler finde ich das – abseits verschiedener recht gegensätzlicher und vielschichtiger Gedanken zu Öffentlichkeit und Vertraulichkeit in der internationalen Politik – zumindest auf mitschülerischer Ebene voll arschig. Als Nicht-Eingeweihter, also Lehrer, bin ich aber nicht der souveräne Typ, der den Denunzianten mehr bestraft als den Übeltäter und der eingesammelte Briefchen ungelesen in den Papierkorb fallen lässt, sondern eher einer, der Sätze sagt wie „Sag das bitte laut, Philipp, wir wollen alle mitlachen.“ Und so habe ich mich in die Archive von Wikileaks begeben und die karierten Zettelchen entknittert, die sich amerikanische Diplomaten so zukommen lassen. Hier einige Ausschnitte:

  • Auf einem transatlantischen Gala-Diner rülpst Karl-Theodor zu Guttenberg zu später Stunde mehrfach laut. Der amerikanische Botschafter fühlt sich gestört, schreibt gleich eine Facebook-Statusmeldung. Gut: Nur für Freunde sichtbar. Schlecht: Mit Assange befreundet.

  • Silvio Berlusconi hält Bettina Wulff für „jetzt nicht sooo geil“. Ansonsten hat er aber ein gutes Bild von deutschen Frauen: „Die können einen sicher richtig hart rannehmen.“

  • Tusk ist in Merkel verliebt. Die findet aber Papandreou süß. Der ist aber so unbeliebt. Sie überlegt sich, eine Weile mit Cameron zu gehen, um ihr Image aufzubessern. Der amerikanische Botschafter ritzt mit der Zirkelspitze „Angela + David = LOVE“ in seinen Schreibtisch.

  • Karl-Theodor zu Guttenberg wäscht sich nach dem Pinkeln nicht die Hände.

  • Bei einer OPEC-Sitzung verwechselt Hugo Chavez sein Land Venezuela mehrfach mit Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Guatemala. Chavez: „Es wäre vielleicht leichter, den ganzen lateinamerikanischen Quatsch auseinander zu halten, wenn wir Sehenswürdigkeiten, eine eigene Geschichte und Sprache entwickeln würden.“ Der US-Informant dazu: „Die Araber schauten betreten zu Boden.“

  • Jean-Claude Juncker findet, dass „die Asiaten alle gleich aussehen“.

  • Wolfgang Schäuble bekam für das neu zu besetzende Amt des Pressesprechers eine Bewerbung von Günter Schabowski, hielt den jedoch für nicht ausreichend sicher bei Pressekonferenzen. Schäuble: „Wissen Sie, wann Sie gehen können?“ Schabowski: „Nach meiner Kenntnis ist das sofort.“

  • Recep Tayyip Erdogan mag keine Austern. Auf Empfängen lässt er sich Rindfleischfetzen in Austernschalen füllen. Der amerikanische Botschafter twittert, dies sei „booksy-booksy“. Heute wissen wir: Er meint wohl „bescheuert“.

  • Karl-Theodor zu Guttenberg erzählt gern dreckige Witze, z.B. den von dem Blinden im Fischgeschäft.

  • Nicolas Sarkozy trägt neben Plateauschuhen auch einen an den Oberarmen extra dick gefütterten Mantel, ein Toupet, Hinternkissen und eine leere Smartiesrolle in der Unterhose. Manchmal, wenn er traurig ist, würde er gerne das Renteneintrittsalter auf 100.000 anheben. Und mehr so sein wie Putin.

  • Wladimir Putin dagegen kauft sich gerne besonders schwierige Mathematikbücher, die er dann löst. Durch Verbrennung.

  • Bei einer Party im Rahmen der UNO-Vollversammlung in New York sagt Hugo Chavez den ganzen Abend „Vuvuzela“ statt „Venezuela“. Keiner weist ihn darauf hin.

  • Um den Kindern zu erklären, wie das mit der Fortpflanzung so läuft, bestellte Stephanie zu Guttenberg Aufklärungsflugzeuge der Luftwaffe. Romantisch: Am Steuer saß Karl-Theodor.

  • Gaddafi stellt bei einem Blick auf die Landkarte fest, dass im Landesnamen irgendwie das i und das y durcheinander gekommen sind. Er verspricht, das zu ändern, vertut sich dann aber. Neuer offizieller Landesname: Lebiyn.

  • Margaret Thatcher leakt zu später Stunde gerne den Inhalt geheimer Verhandlungen: „Treffen sich Kohl, Bush und Gorbatschow...“

Foto: ©Bundeswehr/Habermeier

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Briefe an die ganz Großen dieser Welt, Folge 1

Tierfilme

Liebes Internet,

Du bist eigentlich ganz gut: Du verbindest Menschen aus entlegenen Weltgegenden und Du demokratisierst Mediennutzung und –produktion, was zwar im Endergebnis nicht immer schön, aber zumindest demokratietheoretisch eins a mit Sternchen ist. Du trägst die Flamme der Weisheit an Orte, an denen Flammen in der Tat noch eine probate Beleuchtungsmethode sind. Man kann in Dir sein ganz persönliches Frühstücksmüsli bestellen. Du machst aus geltungssüchtigen kleinen Vollidioten (wie uns) geltungssüchtige große Vollidioten, was ein fairer Deal ist. Mit Dir umrunden wir die Weltkugel in der Geschwindigkeit eines Mausklicks, können spanischen Rentnern ins Toilettenfenster spähen (wir berichteten), und wenn wir selbst auf dem Abort sitzen, dann können wir mit Deiner Hilfe alle unsere Facebookfreunde über die Konsistenz unseres Stuhlgangs auf dem Laufenden halten. Und wahrscheinlich schickt die Keramik eigenständig eine Twitter-Ortsangabe: „Kommunikaze is @ the Scheißhaus“. So weit, so gut.

Wenn das doch aber alles so gut und global funktioniert, liebes Internet, warum ist dann ein lustiges Tiervideo bei Youtube „in diesem Land leider nicht verfügbar?“ Steckt da die GEMA dahinter? Oder die deutsche Tierfilmverwertungsgesellschaft? Warum, liebes Internet, suggerierst Du uns grenzenlose Freiheit, und benimmst Dich dann, wenn wir Dich nur ein bisschen beim Wort nehmen, wie ein beleidigter Sparkassenangestellter?

Allerlei schlimme Perverse können Ihre abstrusen Bedürfnisse per Datenautobahn nicht nur über die Grenzen des guten Geschmackes hinaus, sondern auch über alle Ländergrenzen hinweg befriedigen Und keiner sagt was dazu (außer natürlich Stephanie zu Guttenberg bzw. RTL II). Aber bei lustigen Tiervideos fällt der Hammer. Ist das gerecht?

Warum wir überhaupt lustige Tiervideos ansehen? Das geht Dich, liebes Internet, wirklich nichts an.

So wird das nichts mit dem Netz der unbegrenzten Möglichkeiten!

Hochachtungsvoll,

 

Deine Kommunikaze

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Von Städten und Flüssen

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„Straßen sind die Adern unserer Welt“, sagte eine Opel-Werbung vor einigen Jahren, „und jetzt erhöhen wir den Pulsschlag.“  Gutes Bild. „Flüsse sind die Penisse unserer Städte“, kann man dazu sagen, „und jetzt bekommen wir eine Erektion.“ Und schon endet die Analogie. Denn Fluten sind im Gegensatz zu Erektionen nicht lang anhaltend wünschenswert und treten bei alten wie jungen Städten gleichermaßen auf. Und besonders entstehen Fluten nicht dadurch, dass eine große Menge an Autos in den Fluss hinein schießt.

Flüsse sind dennoch die Penisse unserer Städte. Sie sorgen dafür, dass neue Städte entstehen, sie verbinden die Städte mit anderen Städten und eignen sich sowohl für Fun-Sport, als auch zur Abwasserbeseitigung. Vor allem aber zeichnen sie sich primär durch ihre Größe aus. Denn nichts sieht blöder aus als große Städte mit kleinen Flüssen.

Dabei betrifft das Missverhältnis nur die Konstellation einer großen (oder besser: wichtigen) Stadt mit einem ihrer Wichtigkeit nicht angemessen breiten Fluss. Städte müssen jedoch nicht per se an einem Fluss liegen, um vollkommen zu sein. Bedeutende Städte kommen gut ohne ernstzunehmendes Gewässer aus. Mit Jerusalem, Peking, Damaskus, Mailand, Mexico City oder Marrakesch liegen doch gleich einige Wiegen der Zivilisation in Mutter Erdes trockenem Schoß. Und kaum einer wird behaupten, dass diesen Städten etwas Elementares fehlt. Eine Stadt braucht keinen Fluss, um komplett zu sein. Andere Städte haben nicht nur einen Fluss, sondern gleich ein Meer oder einen See, der über die entenbehauste Pfütze im Stadtpark hinausgeht. Dies führt zwar zu einer gewissen geographischen Beengtheit durch die Reduktion verfügbarer Himmelsrichtungen auf weniger als vier, macht Städte aber mitnichten lächerlich.

Was unangenehm auffällt, ist die mächtige Stadt am enttäuschenden Fluss. Einem Fluss, den man besonders voluminös erwartet, ist er doch das Anhängsel dieser kraftvollen Stadt. Man verbindet Stadt und Fluss gedanklich zu einer Kombination von Stärke mit Stärke... und dann sieht man die Isar zum ersten Mal und denkt sich: Armes München. Noch schlimmer, wenn auch mit größerem Fluss als München ausgestattet, trifft es Rom. Der Tiber ist der Stadt nicht annähernd würdig. Steht man an einem Ufer und damit auch schon fast am anderen, denkt man sich unweigerlich: Das ist zu wenig. Der Junge, der alle beherrscht und verprügelt hat, der muskelbepackte Tyrann, der Klassenbeste in Religion und Latein, der, den die Leute besuchen, um ihm zu huldigen; der hat so einen Kleinen. Rom und der Tiber erinnern nur allzu sehr an die unweit zuhauf herumstehenden antiken Herrenplastiken.

Doch auch Berlin muss sich in die eigene Hose fassen. Was die Spree in den größten Teilen der Stadt abliefert, ist mehr als lächerlich. Am Osthafen verspricht sie nur allzu viel, kann dies aber schon kurz danach nicht mehr halten. Dort ist sie so klein, dass man auf der Museumsinsel absolut nichts mehr spürt. Zumindest nicht, dass man auf einer Insel ist. Berlin sollte versuchen, die Spree zu verschweigen. Sich als Stadt ohne richtigen Fluss verkaufen. Die Gäste mit anderen Vorzügen anzulocken, Humor oder kulturellem Interesse. Vielleicht machen sie dann ja trotzdem mal eine Bootstour. Aus Liebe, um der Stadt ganze nahe zu sein, aber ohne Erwartungen an den Fluss.

Ein großer Fluss bedeutet jedoch nicht gleich Erfolg. Eine Stadt muss den Fluss auch beherrschen, mit ihm umzugehen wissen. Fleischpeitschen, wie sie Lissabon oder gar Buenos Aires vorzuweisen haben, sind nicht mehr als städtische Flüsse nutzbar. Vielmehr braucht es die Balance zwischen dem Yin des Flusses und dem Yang der Metropole, das Zusammenspiel des Castor des linken mit dem Pollux des rechten Ufers. Prag ist hier vorbildlich, Budapest vielleicht noch mehr. Gute Städte, gute Flüsse, ausreichend Brücken, gleichwertige Ufer. Auch Paris kann, trotz klarer Rechtsträgerschaft und einer nicht sonderlich ausgeprägten Flussgröße, doch eine ansprechende Performance vorweisen. Gelungene Gestaltung der Ufer, sinnvolle Inselnutzung, ein 300 Meter hohes Penissubstitut unweit des Flusses; da bleiben keine Wünsche offen.

Als Osnabrücker Redaktion leiden wir besonders unter dem Missverhältnis von Stadt und Fluss. Mag die Stadt auch eher kleine Erwartungen bezüglich des Flusses mit dem niedlichen Namen wecken; die Hase weiß selbst diese zu enttäuschen. Denn das Rinnsal, das durch die sich Hasestadt und bisweilen in Anflügen innerer Selbstmultiplikation gar Hasemetropole nennende Gemeinde fließt, ist gleichzeitig schmal und flach, fließt langsam und bisweilen unterirdisch kanalisiert und ist nicht in der Lage, der immerhin als Großstadt zu bezeichnenden Häuseransammlung gerecht zu werden. Und so stehen wir da, komplexbeladen und unsicher, können niemanden mit nach Hause nehmen aus Angst vor der unvermeidlichen Situation, dass der Besucher sich an den Fluss heran tastet. Liebe Leser, helft uns bitte. Baut uns auf, gebt uns Mut und vielleicht, vielleicht fahrt ihr ja doch einmal, wenn ihr sehr betrunken seid, ein Auto in die Hase.

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In eig ache

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Stolz wie Oskar sind wir zu verkünden, dass unsere kleine Fibel namens Hirnverbrannte Erde es in die ausgesuchte Sammlung von Google Books geschafft hat. Zwar sind nicht alle Seiten Teil dieser Buchvorschau, doch Google hat sich die besten Passagen ausgesucht. Paulins Abschiedsballade wird auf das schwermütige Ende konzentriert, Nehrens langer Text über das Paderborner Schützenfest wird unsanft aber bestimmt ausgeblendet, wenn man nun wirklich genug gelesen hat. Varnkes Beitrag zur Dampflok wurde als ungenügend befunden und auf seine Quintessenz beschränkt: Man erfährt, dass Varnke die Dampflok vermisst. Mehr braucht man nicht zu wissen, nicht Google, nicht wir, nicht die zahlreichen Leseratten vor den Bildschirmen, die nur darauf gewartet haben, es sich endlich mit der Hirnverbrannten Erde auf dem iPad im Starbucks gemütlich zu machen.

Dann macht Google einen genialen Sprung: Im fundierten Wissen, dass der Internetnutzer wenig Geduld für langes Textwerk mitbringt, spielt es noch kurz Berendes' Beitrag zum Tropical Islands an, um dann in einem Husarenritt der Komprimierung die restlichen zwölf Texte des Kapitels „Facts“ komplett zu überspringen und sanft mit ausgewählten Seiten des ersten Beitrags des Abschnitts „Fiction“ wieder einzusteigen. So zieht es sich weiter bis zum Schluss.

Wir haben es geschafft, wir sind in der Google Buchsuche angekommen. Und wir werden es dem Konzern danken. Wir werden uns taggen und geotaggen und dafür sorgen, dass mehr als unsere zwei Standorte in Bielefeld und der Schweiz auf Google Maps vermerkt sind. Wir werden privateste Daten per Gmail versenden, an uns selbst, nur für Google. Und wenn das Street View-Auto vorbeikommt, dann werden wir an unseren Häusern Fenster und Türen öffnen, das Innere ausleuchten und uns davor stellen. Nackt. Während unsere offenen Heimnetzwerke unsere DNAs unverschlüsselt versenden. Naja, nicht die gesamt DNA. Ein paar Adenine und Cytosine sind nicht Teil der Vorschau. Aber viel Spaß trotzdem.

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Einfache Rezepte aus der Fernsehküche von Markus Lanz

Mayo
Sautierte Stampfkartoffeln mit geräuchertem Kräuter-Aal, 70-Minuten-Ei und Bohnenvinaigrette

Zutaten:

Kartoffeln, (mehlige Sorte "Gabriella") Gemüsefond ( aus Stampfmöhre, Steckrübe und Staudensellierie), Schalotten, Butter ( die gute), 
Räucheraal, Pfeffer aus der Mühle (mit gutem Mahlwerk), Weißweinessig (Extrakt) Rapsöl (teuer), Meersalz (Bretagne erste Lesung), 
Vier Eier (Käfighaltung), Schnibbelbohnen (grün), Traubenkernöl (sehr teuer)  Zitronensaft (Bio kalt bei Sonnenschein gepresst)
, ein weiteres Salz (jodiert, nicht Meersalz!)

Zubereitung

Stampfkartoffeln:

Die Kartoffeln vorsichtig schälen, achteln und in Salzwasser (15 Gr auf 1000ml Wasser) mit etwas Pfeffer (frisch aus der Mühle) weich kochen. Einfach nur genau so viel Salzwasser verwenden, dass nichts abgegossen werden muss, sondern die restliche Flüssigkeit zum Stampfen einer schlottrigen Masse verwendet werden kann. Eventuell mit dem Gemüsefond auf die gewünschte Konsistenz verlängern und sonst mit etwas Brösel vom Altbackenen Bio-Graubrot (schwäbisch) abbinden. Die Kartoffelmasse soll noch kleine Stückchen (ca. 3-5mm) enthalten und schlotzig bis sämig sein, auf keinen Fall cremig. Mit Meersalz, weißem Pfeffer (frisch aus der Mühle), Weißweinessig und etwas Rapsöl abschmecken.
Die Schalotten klein schneiden (nicht Ringe sondern Würfel, ohne das Herz der Zwiebel) und in aufgeschäumter Butter so lange anschwitzen, bis die Schalotten ganz leicht Farbe bekennen (glasig, Ockerbraun). Jetzt den in Würfel geschnittenen Räucheraal dazugeben, einmal locker durchschwenken und sofort unter die Stampfkartoffeln heben (nicht rühren! Auf keinen Fall rühren! Nur heben).
Bohnenvinaigrette:
Den Saft der Zitrone auspressen. Bohnen säubern, putzen und schälen). Grob zerteilen (Julienne), in Salzwasser (10gr pro 1000ml) eine Minute köcheln lassen und sofort in Eiswasser (ca. 2 Grad) abschrecken (vorsichtig), damit die grüne Farbe erhalten bleibt und die Konsistenz nicht verlöre geht. Bohnen abgießen, gut trocken tupfen und durch den Entsafter geben. Mit Zitronensaft, Pfeffer (frisch aus der Mühle), Meersalz und den Ölen untermischen. Nicht zu kräftig rühren und abschmecken.
70-Minuten-Ei: Die Eier mit Schale in 63 Grad heißes Wasser geben und 70 Minuten ziehen lassen. (Dazu einfach ein Gerät benutzen, wie es auch zur Erwärmung von Bluttransfusionen verwendet wird). Sehr vorsichtig aus der Schale schlagen und in einer kalten Pfanne das Ei so lange ganz zaghaft schwenken, bis das Eiweiß sich fast vollständig vom Eigelb gelöst hat. Mit Meersalz (Bretagne),  weißem Pfeffer (frisch aus der Mühle) abschmecken).

Anrichten:

Die Stampfkartoffeln, das Ei, die Bohnenvinaigrette, mit dem Rest Aal und und einem Spritzer Maggi-Würze und vier Esslöffeln Mayo bei Zimmertemperatur circa vier Zentimeter hoch in eine Moulinette einfüllen und zu einem cremigen Brei durchrühren. 
Die Masse auf einem erwärmten Teller verteilen und oben eine kleine Mulde mit dem Löffel eindrücken. Einen großen Spritzer Ketchup rein und fertig
!

Tipp vom Chefkoch:
Wenn sie lange Mixen können sie das ganze Gericht auch in einem Glas mit Strohhalm servieren. Auch im  Sommer supererfrischend
Besonders gut passt zu diesem Gericht ein knuspriger Brotcracker mit etwas püriertem Räucheraal, Bohnenpuder, scharfer Kresse und einem Brocken Schichtnougat darauf.

 

 

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Großer Bahnhof in Stuttgart: Was Leute sagen

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1.) Die Ordnungskräfte
Das Erfreuliche zuerst: Deutschland ist nicht akut davon bedroht, zum Polizeistaat zu werden. Dieses beruhigende Fazit lässt sich nach dem Ansehen von Videoaufnahmen über die Demonstration vom 30. September/1. Oktober ziehen, die die Stuttgarter Polizei veröffentlicht hat. In den Filmen ist deutlich zu sehen (oder besser: zu hören), wie die Demonstranten mehrmals freundlich dazu aufgefordert werden, von ihrem Treiben abzulassen, bevor sie per Wasserwerfer weggelasert werden. Dabei wird - laut und deutlich - mehrmals "bitte" gesagt. Ein Rückfall in unzivilisierte Verhältnisse ist also selbst in angespannten Situationen offenbar nicht zu befürchten.

2.) Der Polizeisprecher
Ein Sprecher der Polizei sagt, gewaltloser Protest sei noch kein friedvoller Protest. Das leuchtet so sehr ein, dass wir hinzusetzen möchten: Ebenso zwingend muss also jeder gewaltlose Demonstrant irgendwann zum gewalttätigen Demonstranten werden. Die Frage ist nur, wann. Umso entschiedener gilt es präventiv einzugreifen! Vor allem Schülern und Senioren ist absolut alles zuzutrauen!

3.) Der Ministerpräsident
Stefan Mappus lässt sich am 5. Oktober per Agenturmeldung vernehmen, er wolle den Gegnern des Projekts Stuttgart 21 in Kürze ein Angebot machen, dass diese "nicht ablehnen können." Auch eingedenk der körperlichen Ähnlichkeit zu Don Vito Corleone soll sich also bitte keiner der Aktivisten wundern, wenn er in Kürze morgens neben einem abgetrennten Pferdekopf aufwacht!

4.) Der Bahn-Chef
Rüdiger Grube sagt der Süddeutschen Zeitung: "Der neue Bahnhof kommt!"
Ob er genau so sicher und zeitlich zuverlässig kommt, wie die Eisenbahn, der Grube vorsteht, sagt er nicht.

Es wird spannend sein, zu sehen, ob die baulichen Reste des Stuttgarter Bahnhofes eher den Fokus der Protestbewegung bilden oder das letzte Siegel, das die Büchse der Pandora momentan noch notdürftig verschlossen hält. Wenn die letzte Mauer fällt, gehen dann alle wieder enttäuscht nach Hause, oder löst sich der Protest von seinem ursprünglichen Objekt und entwickelt eine Eigendynamik, die sich mit unterirdischen Bahnhöfen ebenso wenig beherrschen lässt wie mit unterirdischen Methoden? Der letzte Präzedenz(mauer)fall spricht womöglich eher für Letzteres...

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Busfahrer FAQs

Sind Busfahrer Menschen?

Jein. Anatomisch ja, klar erkennbar am Pinkeln an der Endhaltestelle. Durch ihre Untrennbarkeit mit dem Linienbus, dessen Steuerelement sie darstellen, aber nicht Mensch im Sinne eines Individuums. Im Sinne eines unabhängigen Geistes mit freier Entscheidungsfindung eher nicht: Staus werden lemminghaft angesteuert. Definiert man Menschsein durch Menschlichsein: nein.

Wovon ernähren sich Busfahrer?

Innereien, Kinder, Spinnen, Aas. Schwarzfahrer. Käsestulle.

Haben Busfahrer Spaß an ihrer Arbeit?

Die Frage geht etwas am Gegenstand vorbei. Freude, Glück und Erfüllung sind dem Busfahrer fremde Kategorien. Freie Haltebuchten, passend bezahlte Tagestickets (ABC), nach hinten durchrückende Gäste und freie Türen kommen dem aber nahe. Auch wenn Busfahrer das nicht zeigen können.

Haben Busfahrer Familien?

Nein.

Wenn Busfahrer Familien hätten, würden Busfahrer ihren Kindern das Salz geben, wenn diese beim Frühstücksei danach fragten?

Nein.

Was machen Busfahrer nachts?

Busse fahren.

Haben Busfahrer Sex?

Manche Busfahrer grüßen sich, wenn sie aneinander vorbei fahren.

Haben Busfahrer Träume?

Manche ja, manche nein. Einige träumen davon, durch starkes Bremsen Passagiere zu verletzen. Andere leben es aus. Manche träumen von einer unmotorisierten Bleibe. Wieder Andere träumen von Hertha BSC (nicht hupen!).

Wie wird ein Mensch Busfahrer?

Siehe Frage 1.

Unterscheiden sich Busfahrer und Busfahrerinnen?

Nein. Das Wort „Busfahrerinnen“ ist ein häufig gemachter Fehler, Busfahrer ist ein geschlechtsloser Begriff. Busfahrer haben nur ein Geschlecht: Busfahrer.

Verdienen Busfahrer viel?

Ja, bekommen aber oft nicht das, was sie verdienen. Manche werden pro Türöffnung bezahlt, andere nach Stehzeit an den Haltestellen. Fahren in Gruppen gibt Sonderprämie.

Bekommen Busfahrer Rente?

Busfahrer bekommen nur Rente. Im Sinne eines regelmäßig ausgezahlten Betrags für vor sich hin schimpfende Menschenfeinde im Wollpullover.

Was denken Busfahrer von Reisebusfahrern?

Ablehnung, Spinnefeind. Freie Routenwahl, erhöhte Sitzposition, Geschwindigkeiten über 40 und Verlassen des Tarifgebiets sind bei Linienbusfahrern nicht nur verpönt, sondern werden intern auch geahndet (Thermoskannenabnahme, Aasentzug, M29-Schichten). Treffen Busfahrer auf Reisebusfahrer, reagieren sie meist mit nervösem Flattern der Türen oder stellen sich an der nächsten Haltestelle tot. Manche müssen sich übergeben (sog. Ausstieg vorne).

Können Busfahrer Unfälle bauen?

Ja. Würden sie aber nie machen. Gefahr eines unplanmäßigen Aussteigens der Gäste jenseits des Haltestellenbereichs ist einfach zu hoch.

Ist es wirklich verboten, mit dem Fahrer zu sprechen?

„Nicht mit dem Fahrer sprechen“ ist kein Verbot, sondern ein gut gemeinter Hinweis. Die Verkehrsbetriebe sind sich der mangelnden Qualität verbaler Beiträge der Busfahrer bewusst. Ebenso ist es als Tipp zu verstehen, dass im Beisein von Busfahrern Essen und Getränke nicht schmecken dürften. Sollte es zu schlimm werden, halten die Verkehrsbetriebe als Serviceangebot kleine Nothammer bereit.

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Out now: Oben + Unten

Obenunten
Liebe Blogosphäre, Kommunikaze präsentiert voller Stolz die neueste Ausgabe, die unter dem Motto "Oben + Unten" eben erschienen ist und ab sofort gelesen, diskutiert und auswendig gelernt werden kann. Darin geht es auch (aber nicht nur) um:


- eine Frau auf geheimer Mission -- vielleicht zusammen mit ihrer besten Freundin
- einen Banker, der so weit oben angekommen ist, dass der weitere Weg eigentlich nur noch nach unten führen kann
- unseren Sportressortleiter, der mit abgeklebten Brustwarzen im Fitness-Studio ein Wechselbad der Gefühle (und Stoffwechselvorgänge) erlebt
- einen unglaublich lauten Mann, der darauf wartet, dass endlich was kommt
- eine Kopfsteinpflasterstraße im ländlichen Frankreich, die Existenzen zerstört
- das European Media Art Festival

Wer mag und etwas Zeit zu verschwenden hat, der surft ganz schnell auf unserer Homepage vorbei und schmökert los. Wer zuerst da ist, gewinnt ein Hashtag. Oder so.
Wir wünschen spannende Lektüre!

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